alternative Versicherungslösung

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Alternatives Absicherungskonzept zur klassischen Warenkreditversicherung

Das Prinzip der klassischen Warenkreditversicherung (WKV) ist die Bonitätsprüfung der Abnehmer des Versicherungsnehmers und die Festlegung einer Deckungssumme durch den Versicherer. Diese Bonitätseinschätzung dient in erster Linie der Vorbeugung eines Forderungsausfalles. Falls es dennoch zu einem Schadenfall kommen sollte, so entschädigt der Versicherer den Ausfall.

Das vom Versicherer gewährte Kreditlimit kann jederzeit nach den Kriterien des Versicherers für künftige Lieferungen reduziert bzw. aufgehoben werden. Hierbei kann die Sichtweise des Versicherers und des Versicherungsnehmers durchaus voneinander abweichen, sowohl in der Höhe des Kreditlimits und/oder über den Zeitpunkt der Limitveränderung. Die Grenzen werden vom Versicherer vorgegeben und sind relativ eng.

Die Aufteilung der Verantwortung und des Risikos zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer kann jedoch auch unterschiedlich gestaltet werden. Am Markt werden Lösungen angeboten, bei denen der Versicherungsnehmer einen größeren Spielraum bei der Deckung seiner Risiken hat als bei der klassischen WKV.

Die weitreichendste Freiheit bei der Risikoeinschätzung durch den Versicherungsnehmer bietet die Excess-of-Loss-Deckung (XL). Bei dieser Variante vergibt sich der Versicherungsnehmer die Kreditlimite auf seine Abnehmer gemäß seinem mit dem Versicherer abgestimmten eigenen Forderungsmanagement selbst. Nur die Top-Risiken werden vom Versicherer geprüft, wobei die vergebenen Limite vom Versicherer für ein Jahr nicht reduziert bzw. gestrichen werden können. Der Versicherungsnehmer muss sicherstellen, die vertraglichen Obliegenheiten selbständig einzuhalten.

Da die XL-Deckung ein eigenes professionelles Forderungsmanagement voraussetzt ist diese Deckungsform eher für größere Unternehmen geeignet, auch schon deshalb, da hier höhere Eigenrisiken üblich sind. Für kleinere und mittlere Unternehmen, die über geringere Ressourcen im Forderungsmanagement verfügen gibt es eine Zwischenform der Deckung.

Bei diesem Deckungskonzept werden die Kreditlimite für die Abnehmerrisiken aufgrund der Zahlungserfahrungen der letzten 12 Monate und nicht aufgrund einer individuellen Kreditprüfung vergeben. Dies schont sowohl die Ressourcen des Kreditmanagements als auch die Überwachung der Obliegenheiten.

Die Limitfestsetzung erfolgt über einen elektronischen Datenaustausch mit dem Versicherer. Dabei werden über eine Schnittstelle die Daten der Kundenkonten der letzten 12 Monate elektronisch an den Versicherer übermittelt. Der Versicherer kalkuliert die Kreditlimite automatisch in Echtzeit aufgrund der Liefer- und Zahlungserfahrungen der letzten 12 Monate, wobei das Limit nach folgendem Logarithmus festgelegt wird: Das Limit ist der maximale Außenstand der letzten 12 Mon. x 1,5, d.h., betrug der maximale Außerstand € 10.000, beträgt das zur Verfügung stehende Kreditlimit € 15.000.

Die so festgelegten Kreditlimite sind während der Laufzeit der Police unkündbar, wenn die vereinbarten Zahlungsziele und Überfälligkeitsgrenzen von den Abnehmern eingehalten wurden. Bei wachsenden Umsätzen passt sich das Limit automatisch nach oben an. Sollte es zu Überfälligkeiten kommen, so setzt ein automatischer Deckungsstopp ein. Sobald die Überfälligkeiten abgebaut wurden wird das Limit automatisch wieder eingeräumt.

Die Top 20-Kunden werden bei diesem Konzept individuell vom Versicherer geprüft. Die vom Versicherer festgelegten Kreditlimite sind jedoch für einen Zeitraum von 12 Monaten unkündbar, d.h., ein einmal vergebenes Kreditlimit auf einen Abnehmer kann vom Versicherer 12 Monate lang nicht reduziert bzw. gestrichen werden, es sei denn es der maximale Überfälligkeitszeitraum der Police wird überschritten.

Aufgrund des automatischen Datenaustauschs müssen dem Versicherer keine Meldungen mehr über Umsatz/Außenstand oder Überfälligkeiten gemacht werden, so dass kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand entsteht und die Obliegenheitenerfüllung erheblich vereinfacht wird. Das gibt Sicherheit im Schadenfall und eröffnet Spielräume bei der Finanzierung der versicherten Forderungen.

Für die Finanzierung kann auch das in angelsächsischen Ländern häufig genutzte Invoice-Discounting eingesetzt werden. Diese Form der Forderungsfinanzierung ist deutlich einfacher als Factoring und bietet dem Unternehmen eine Menge zusätzlicher Freiheiten.

Das hier beschriebene Deckungskonzept ist besonders für kleine und mittelständige Unternehmen geeignet, die besonderen Wert auf schonenden Ressourceneinsatz im Kreditmanagement legen, eine optimale Absicherung Ihrer Forderungen wünschen und eine Finanzierungsalternative zur Bankfinanzierung und /oder Factoring suchen.

Verfasser:
Robert Brixius
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