Atradius-Umfrage: Kostendruck bremst grüne Transformation
von Rudolf Müller
Fast jedes zweite Unternehmen verschiebt Investitionen
Deutschlands Unternehmen stellen angesichts der verhaltenen Industriekonjunktur, zunehmend angespannter Liquidität und den geopolitischen Herausforderungen ihre Investitionen in Nachhaltigkeit auf den Prüfstand. Parallel dazu belastet die EU-Debatte um Art und Umfang der Berichtspflichten. Beides spiegelt sich in der aktuellen Atradius-Umfrage wider: 73 Prozent der befragten Unternehmen messen Nachhaltigkeit eine hohe bis mittlere Priorität bei. Doch fast jedes zweite Unternehmen verschiebt ganz oder zumindest teilweise Investitionen aus Kostengründen. 77 Prozent sehen in der ESG-Berichterstattung eher und vor allem Aufwand statt Nutzen. „Die Ergebnisse zeigen keinen generellen Abschied vom Thema Nachhaltigkeit. Sie zeigen, dass Unternehmen Aufwand, Kosten und strategische Prioritäten stärker gegeneinander abwägen müssen“, sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland beim internationalen Kreditversicherer Atradius, und: „Wer heute jeden Euro zweimal umdrehen muss, investiert lieber in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens als in die Erfüllung von Berichtspflichten. Dieses Signal sollte die Politik ernst nehmen.“