Vom Wetterrisiko zum Zahlungsrisiko
von Rudolf Müller
El Niño erhöht Ausfallgefahr für deutsche Unternehmen
Für deutsche Unternehmen wird El Niño neben klimabedingten Wetterextremen zunehmend vom Lieferketten- zum Finanzrisiko. El Niño ist ein Klimaphänomen, das in unregelmäßigen Abständen zu extremen Wetterveränderungen auf der Südhalbkugel führt. Laut Weltorganisation für Meteorologie (WMO) könnte es diesmal bis ins Jahr 2027 anhalten. Dadurch steigen nicht nur die Risiken für globale Lieferketten und Rohstoffpreise noch einmal mehr, sondern auch für Liquidität, Zahlungsverhalten und Forderungsausfälle. Die direkten Auswirkungen sind zwar noch überschaubar, aber in Deutschland bereits spürbar: Industrie, Handel und Logistik geraten über höhere Kosten, verzögerte Lieferungen und angespannteres Betriebskapital unter Druck. „Zunehmende Wetterextreme sind ein vielschichtiges Risiko für die Wirtschaft. Sie verändern Wachstum, stören Handelsströme, können aber auch neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen und das Zahlungsverhalten von Unternehmen beeinflussen", erklärt Frank Liebold, Country Director Deutschland beim internationalen Kreditversicherer Atradius.